Pädagogik

“Kinder sind stark, vielfältig begabt und leistungsfähig. Alle Kinder verfügen über die Bereitschaft, die Fähigkeit, die Neugier und das Interesse, ihren Lernprozess zu gestalten und sich mit allem auseinanderzusetzen, was ihnen in ihrer Umwelt begegnet.”
(Loris Malaguzzi)

Kinder sind Baumeister, Entdecker, Eroberer und Künstler.

Kinder sind Übende, Versuchende, Lernende und Lehrende.

Kinder sind selbständig, kreativ, fähig und mutig, sie sind originell, unkonventionell und ste-cken voller Energie.

Kinder brauchen Raum für freie Entscheidungen und Zeit für eigene Erfahrungen.

Kinder brauchen Unterstützung, Begleitung, Zuwendung und Liebe.

Kinder brauchen die Freiheit, ausprobieren zu können, Ideen entwickeln und verwerfen zu dürfen.

Kinder brauchen die Möglichkeit, Fehler machen zu dürfen und durch Wiederholungen zu lernen.

Kinder entwickeln sich nach ihrem inneren Bauplan, sie entdecken die Welt, indem sie eige-ne Erfahrungen machen.

Kinder spielen oder arbeiten nicht, um ein Ziel zu erreichen, für sie ist das Spiel selbst das Ziel.

Kinder spielen, und beim Spielen lernen sie. Sie erleben sich als Teil einer Gruppe und üben, eigene Standpunkte zu vertreten und Kompromisse zu schließen.

Wir Erziehenden unterstützen die Kinder darin, ihren Willen zu entwickeln, wir achten ihre Fragen und ihre Wissbegier.

Wir Erziehenden helfen den Kindern, selbständig zu denken und zu handeln.

Wir wissen um den unschätzbaren Wert einer liebevollen Beziehung zu den Kindern, in der sie sich aufgehoben und geliebt wissen.

Und wir vertrauen darauf, dass die Kinder auf dieser Basis ihren eigenen Weg finden und so zu selbständigen, unabhängigen und selbstbewussten Persönlichkeiten heranreifen.

Unser Bild vom Kind

Für uns stehen nicht das zu erwerbende Wissen, die zu erlernenden Fertigkeiten und die Bildungsinhalte im Zentrum unserer Arbeit. Für uns ist das Kind selbst der Motor seiner Entwicklung. Wir sehen das Kind als Subjekt, als eigenständigen Akteur, als Persönlichkeit, die mithilfe ihrer individuellen Ressourcen und Fähigkeiten aus eigenem Antrieb die Welt erobert, sich die Welt aneignet und dabei und dadurch vielfältige Lern- und Bildungsprozesse erlebt. Das Kind möchte Erfahrungen machen, es möchte sich in seiner Einzigartigkeit wahr-nehmen, es möchte Selbstwirksamkeit erfahren und sich gleichzeitig als Teil einer Gemeinschaft erleben.
Wir als Erziehende begleiten das Kind in diesen Bildungsprozessen und schaffen die äußeren Bedingungen dafür, dass das Kind sich die Welt aneignen kann.

Das Kind als Individuum
Durch Sinneswahrnehmungen und Handeln macht sich das Kind sein eigenes Bild von der Welt. Es erlebt sich als eigenständige Persönlichkeit mit individuellen Fähigkeiten und Inte-ressen, mit eigenen Bedürfnissen und Wünschen, gleichzeitig muss es aber auch seine per-sönlichen Grenzen erfahren. Das Kind als Individuum lernt so, für sich selbst Verantwortung zu übernehmen, für die eigenen Bedürfnisse einzustehen und manche Grenzen zu überwin-den, manche zu akzeptieren.

Das Kind in Beziehungen
Das Kind erlebt sich in der Familie oder in der Kindergruppe als Teil eines sozialen Systems, in das es sich einfügen muss und dessen Regeln, Werte und Normen es zu beachten gilt. Es übernimmt Aufgaben, kann eigene Interessen hinter denen anderer zurückstellen, es kann Mitbestimmung einüben und Gruppenprozesse mitgestalten und erfährt sich so als wichtiges Mitglied der Gruppe, das nicht nur an sich, sondern auch für die Gemeinschaft wertvoll ist.

Das Kind in seiner Lebenswelt
Das Kind macht sich die Welt zu eigen, es erkundet die Umwelt und stößt auf Fragen, die über die eigene Person und das soziale Gefüge hinausgehen. Es fragt nach, es forscht, es geht den Dingen auf den Grund und bringt so vielfältigste Bildungsprozesse in Gang.

 

Pädagogische Grundsätze

In unserer pädagogischen Arbeit verfolgen wir einen von der Reggio-Pädagogik beeinflussten Ansatz. Im Zentrum unserer Bemühungen steht das Kind mit seinen individuellen Bedürfnis-sen. Das Kind selbst ist damit der Ausgangspunkt jeglicher Bildungsprozesse. Es versucht mit Energie und Neugierde und mithilfe der eigenen Kompetenzen zu forschen, zu verstehen und zu lernen. Und wir Erziehenden begleiten und unterstützen es dabei, die Welt eigen-ständig zu entdecken.

Unsere Arbeit baut auf folgenden pädagogischen Grundsätzen und Zielen auf:

▪ Das Kind hat das Bedürfnis nach und das Recht auf individuelle Entfaltung.

▪ Das Kind sucht nach Selbstverwirklichung und Selbstwirksamkeit.

▪ Wir Erziehenden begegnen dem Kind und seinen Bedürfnissen mit einer hohen Wert-schätzung und lassen uns auf eine enge Beziehung mit dem Kind ein.

▪ Wir Erziehenden sehen uns als lernende Beobachter, die das Kind bei seiner Entdeckungsreise begleiten, unterstützen und schützen.

▪ Das Kind fühlt sich von uns Erziehenden geliebt und wertgeschätzt und erlebt uns als Orientierung und Halt gebende Begleiter.

 

Die Rolle der Erziehenden

Eltern und Erzieher/innen im Kinderladen verstehen sich als Partner bei der Bildung, Erziehung und Betreuung des Kindes. Beide Partner haben eigene Aufgaben im Umgang mit dem Kind, aber sie ergänzen sich, sie unterstützen einander und tauschen sich regelmäßig über die Ziele und die aktuelle Entwicklung aus.
Innerhalb dieses Wirkungsgefüges zwischen Kindern, Eltern und Erzieher/innen bemühen sich alle um eine positive emotionale Beziehung untereinander. Sie begegnen einander in gegenseitiger Achtung und Anerkennung. Ein gutes Miteinander und eine hohe Wertschätzung zwischen Eltern und Erzieher/innen sind grundlegend dafür, dass die Kinder sich im Kinderladen aufgehoben und sicher fühlen und ein positives Selbstbild entwickeln können.

 

Aufgaben der Eltern im Rahmen der Erziehungspartnerschaft

Uns Eltern ist es ein Anliegen, im gemeinsamen Anliegen, das Kind liebevoll zu begleiten und zu unterstützen, eng mit den Erzieher/innen zusammenzuarbeiten. Die Informationen, die wir Eltern den Pädagogen/innen geben – über die Eigenschaften und die Entwicklung unseres Kindes, über seine Lebenswelt in der Familie – sind eine wichtige Grundlage für deren pädagogische Arbeit. Aber wir Eltern geben nicht nur unser Wissen über unser Kind weiter, sondern wir bringen uns auch mit unserer Zeit und unserem Können ein.